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Bündner Bauwirtschaft – Konsolidierte Nachfrage!

Die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe in Graubünden haben im ersten Semester 2017 gegenüber dem Vorjahr um +9.3% zugenommen. Die Zunahme ist vor allem im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau begründet. Auch die Bautätigkeit liegt gegenüber dem Vorjahr mit +12.3% im Plus. Die Zahl der Beschäftigten trug dieser Entwicklung Rechnung und stieg um +3.4% auf 5‘088. Die Vorläuferindikatoren “Auftragseingang“ und “Arbeitsvorrat“ eröffnen den Unternehmungen intakte Perspektiven für eine befriedigende Auslastung im zweiten Semester. Die Bedeutung des Tiefbaus und damit die Abhängigkeit von der öffentlichen Baunachfrage, bleibt ungebrochen hoch. Sie wurde aber durch die positive Entwicklung im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau nicht weiter akzentuiert.

Beschäftigte

Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2017 um 169 Personen (+3.4%) zu. Sie ist insbesondere bei den Kurzaufenthaltern begründet. Im Bauhauptgewerbe des Kantons Graubünden waren per Ende Juni 2017 insgesamt 5‘088 Personen (+3.4%) beschäftigt, nämlich 1‘667 Schweizer (+/- 0.0%), 1‘036 Kurzaufenthalter (+12.8%) und 2‘385 übrige Ausländer (+2.4%).

Auftragseingang

Die Auftragseingänge im ersten Semester 2017 nahmen mit +9.3% gegenüber dem Vorjahr erneut erheblich zu. Die nach wie vor gute Nachfrage im Tiefbau wurde überlagert von einer erfreulichen Entwicklung im Wohnungsbau und insbesondere im übrigen Hochbau. Für den Wohnungsbau allein betrachtet, wurden die Werte der Jahre 2011-2013 vor dem Einbruch des Zweitwohnungsbaus, trotz allem nicht erreicht.

Das Gesamtvolumen an eingegangenen Aufträgen im ersten Semester 2017 beträgt 609.9 Mio. Franken. Es liegt mit +9.3% deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Im langjährigen Vergleich resultiert damit der höchste Wert. Der Wohnungsbau steuerte eine Zunahme von +15.2%, der übrige Hochbau eine solche von +60.8% dazu bei, während der volumenstarke Tiefbau eine Abnahme von -3.1% zu beziffern hat.

Im Wohnungsbau dürfte die allgemein prosperierende Nachfrage insbesondere im Bündner Rheintal der Treiber sein. Trotz der guten Nachfrageentwicklung ist im Wohnungsbau der Einbruch der Zweitwohnungsinitiative nach wie vor nicht auskompensiert. Im übrigen Hochbau begründet die im Berichtssemester liegende Vergabe des Hauptauftrages der Justizvollzugsanstalt in Cazis die starke Zunahme. Trotz der leichten Abnahme nach wie vor stetig und ungebrochen bedeutsam ist die Nachfrage im Tiefbau. Er behält seine hohe Bedeutung für die Bauwirtschaft im Kanton Graubünden, insbesondere bei der öffentlichen Baunachfrage im Infrastrukturbereich. In einer langfristigen Betrachtung ist zu hoffen, dass der Hochbau, welcher seine primär private Nachfrage aus der realen volkswirtschaftlichen Entwicklung generiert, weiter an Bedeutung zulegt.

Bautätigkeit

Die steigenden Auftragseingänge wirkten sich konsequenterweise positiv auf die Bautätigkeit aus. Diese nahm im ersten Semester insbesondere im Tiefbau und im übrigen Hochbau zu, während sie im Wohnungsbau, im ersten Halbjahr nicht überraschend, stagnierte.

Das im ersten Semester 2017 realisierte Bauvolumen belief sich auf rund 418.1 Mio. Franken. Es liegt damit nominell um 45.8 Mio. Franken über dem Vorjahreswert von 372.3 Mio. Franken. Dazu beigetragen haben der Tiefbau mit 202.1 Mio. Franken (+10.8%) und der übrige Hochbau mit 79.8 Mio. Franken (+55.2%). Im Tiefbau befindet sich nach wie vor der Albulatunnel der RhB im Bau, während im übrigen Hochbau der Neubau des Kantonsspitals und des Verwaltungsgebäudes Synergia in Chur, sowie der Neubau der Justizvollzugsanstalt in Cazis in der Ausführung stehen. Im Wohnungsbau ist das erste Semester traditionell schwächer als das zweite. Dass dies auch im laufenden Jahr so sein wird, darauf deuten die erfreulichen Auftragseingänge im ersten Semester hin, welche sich per 30. Juni 2017 in Form hoher Arbeitsvorräte abbilden.

Arbeitsvorrat

Der Arbeitsvorrat per 30. Juni 2017 verhielten dank den erfreulichen Auftragseingängen auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Dies darum, weil sich Auftragseingänge und Bauvolumen insgesamt die Waage hielten.

Die Arbeitsvorräte betrugen per 30. Juni 2017 rund 534.9 Mio. Franken. Dies entspricht einem marginalen Rückgang von -0.5% gegenüber dem Vorjahreswert. Dieser Umstand ist vor allem im Tiefbau begründet (-9.4%) und dort insbesondere im Grossprojekt des RhB-Albulatunnels und in geringerem Ausmass in der Umfahrung Silvaplana deren Auftragsvolumen laufend abgebaut werden. Im Wohnungsbau wirkten sich die hohen Auftragseingänge und das stagnierende Bauvolumen auf die Arbeitsvorräte aus (+21.7%) und auch im übrigen Hochbau nahmen die Arbeitsvorräte trotz des guten Bauvolumens zu (+9.5%). Der Gesamtbestand an Arbeitsvorräten per 30. Juni 2017 lässt für das zweite Semester die Erwartung zu, das sich auch für das gesamte Baujahr 2017 eine konsolidierte Nachfrage auf Vorjahresniveau einstellen wird.

Bauzeitversicherungen

Graubünden kennt, wie die Mehrzahl der übrigen Kantone in der Schweiz, die obligatorische Gebäudeversicherungspflicht. Die Gebäudeversicherung Graubünden (GVG) sichert den Bauvorhaben im Hochbau, auf der Basis des Kostenvoranschlages für die Baubewilligung, den Versicherungsschutz für die Dauer der Bauzeit zu. Dieses bauzeitversicherte Volumen wird von der GVG statistisch erfasst und bildet für den Hochbau einen Vorläuferindikator, der aufzeigt, wie sich die Auftragseingänge in der nachfolgenden Zeitperiode entwickeln werden.

Per 30. Juni 2017 betrug das auf der Basis der erteilten Baubewilligungen zugesicherte bauzeitversicherte Volumen für das erste Semester 979.0 Millionen Franken. Ein Vergleich mit dem Vorjahreswert von 907.1 Millionen Franken weist eine Zunahme von +7.9% aus. Die Entwicklung des neu bauzeitversicherten Volumens plausibilisiert damit die Zunahme der Auftragseingänge in den Sparten Wohnungsbau und übriger Hochbau, welche im Portfolio der Bauzeitversicherung erfasst sind.

Die Zunahme im ersten Semester 2017 vermochte die Rückgänge aus den beiden Vorjahren zu kompensieren. Das baubewilligte Volumen im ersten Semester 2017 liegt damit auf dem Niveau von 2014 und damit im Bereich des langjährigen Mittels. Vom Rekordwert des Jahres 2013 ist man allerdings nach wie vor weit entfernt.

 

Medienkontakt
Graubündnerischer Baumeisterverband
Andreas Felix
Geschäftsführer
Comercialstrasse 20
7001 Chur
Telefon 081 257 08 08
Mail: andreas.felix@gbv.ch

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