Lernende Maurer und Baupraktiker sichern Ruine Tschanüff in Ramosch

Chur, 27. Juni 2018. – Im Rahmen eines überbetrieblichen Kurses des Graubündnerischen Baumeisterverbandes (GBV) sichern 79 Lernende die Ruine Tschanüff in Ramosch. Die lernenden Maurer und Baupraktiker erhalten jeweils während einer Woche die Gelegenheit, in direktem Anschauungsunterricht vor Ort an der Ruine den Umgang mit Naturstein zu erlernen und diesen historischen Bau damit zu erhalten. Der überbetriebliche Kurs startete am 14. Mai und dauert noch bis am 29. Juni 2018. Er steht unter der Leitung der Instruktoren Christoph Mathis und Pascal Zbinden.

Die Ausbildung zum Maurer bzw. Baupraktiker erfolgt im Rahmen des trialen Ausbildungssystems der Berufslehre. Drei Partner teilen sich die Ausbildungsverantwortung.

  • Die Berufsschule vermittelt den Lernenden die theoretischen Grundlagen der Berufskunde wie Fachrechnen, Fachzeichnen, Baustoffkunde und Baukonstruktion.
  • Die überbetrieblichen Kurse (ÜK) vermitteln den Lernenden die Grundkenntnisse der praktischen Arbeiten, beispielsweise beim Mauern, Schalen, Armieren oder Versetzen eines Schachtes.
  • Im Lehrbetrieb festigen die Lernenden die vermittelten Grundkenntnisse von Berufsschule und Einführungskursen mittels praktischer Anwendung auf der Baustelle. Grundlage dafür bildet die Bildungsverordnung.

 

Lernende erhalten Natursteinmauerwerke

Im Rahmen der ÜK wird unter anderem das Thema Natursteinmauerwerk vermittelt. Der Vorstand des Graubündnerischen Baumeisterverbandes hat vor bald 20 Jahren entschieden, diesen Kursinhalt aus dem Lehrplan in Sursee herauszulösen und in eigener Verantwortung in Graubünden durchzuführen. Dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass Graubünden über ein beachtliches Volumen an historisch wertvoller Bausubstanz verfügt, vor allem in Form von Burgruinen. Deren Trägerschaften wären oftmals ohne finanzielle oder praktische Hilfe durch Dritte kaum in der Lage, die anvertrauten Objekte in ihrer Substanz zu erhalten. Darüber hinaus kann den Lernenden am konkreten Objekt die Materie vermittelt werden, sodass dieses Wissen über den Kurs hinaus Bestand hat. Der ÜK Natursteinmauerwerk 2018 bildet denn auch die Fortsetzung einer ganzen Reihe von Kursen in den letzten Jahren:

1996    Ruine Campi, Sils i. D.

1998    Ruine Campi, Sils i. D.

2000    Ruine Jörgenberg, Waltensburg

2002    Ruine Belfort, Brienz

2004    Ruine Belfort, Brienz

2006    Ruine Belfort, Brienz

2008    Ruine Tschanüff, Ramosch (1. Etappe)

2010    Ruine Tschanüff, Ramosch (2. Etappe)

2012    Burg Castels, Putz (1. Etappe)

2014    Burg Castels, Putz (2. Etappe)

2016    Burg Castels, Putz (3. Etappe)

2018    Ruine Tschanüff, Ramosch (3. Etappe)

Dieses Jahr reiht sich die dritte Etappe der Sanierung der Ruine Tschanüff in die Kurstradition ein.

 

3‘700 Arbeitsstunden für den Erhalt der Ruine Tschanüff

Die Fundaziun Tschanüff trägt als Bauherrschaft die Kosten für die Baustelleninstallation, die Baustoffe sowie für Unterkunft und Verpflegung der Lernenden und der Instruktoren. Der GBV trägt die Kosten für die Arbeitsleistung der Lernenden und der Instruktoren. Insgesamt werden im Rahmen des Kurses 2018 auf der Ruine Tschanüff rund 3‘700 Arbeitsstunden geleistet. Im Graubündnerischen Baumeisterverband nimmt die Grundausbildung einen wichtigen Stellenwert im Rahmen der Verbandsarbeit ein. Jedes Jahr bilden die Lehrbetriebe rund 50 junge Maurer, 10 Baupraktiker und 7 bis 10 Verkehrswegbauer aus. In der Jahresrechnung des GBV bildet die Grundausbildung eine wesentliche Position des Verbandsaufwandes. Die Baumeister nehmen damit Verantwortung in der Berufsausbildung wahr und sind stolz darauf. In diesem Sinne wird sich der Graubündnerische Baumeisterverband auch in Zukunft für die Belange der Berufsbildung einsetzen. Die Ruine Tschanüff dürfte deshalb nicht das letzte Objekt sein, welches von den lernenden Bündner Maurern und Baupraktikern im Rahmen ihrer Ausbildung saniert wird.

 

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