Bild von Schutzbauten

Wir Bündner schaffen das – auch mit Hilfe der Baumeister!

Mit Betroffenheit hat der Graubündnerische Baumeisterverband die dramatischen und tragischen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Bergsturz und dem nachfolgenden Murgang in der Val Bondasca und in Bondo zur Kenntnis genommen. Es ist beeindruckend wie unaufgeregt, spontan und solidarisch die betroffene Bevölkerung die Nachbarschaftshilfe lebt und wie effizient und zielgerichtet die Katastrophenhilfsorganisation unseres Kantons funktioniert. Dafür gebührt den Behörden auf allen Stufen ein grosses Kompliment.

Das Gratismagazin 20 Minuten berichtete am Sonntag, 27. August 2017 darüber, dass die Behörden Hilfe von einer spezialisierten Bauunternehmung in Zürich beigezogen haben. Begründet wird dies gemäss dem Sprecher der Kantonspolizei Graubünden damit, dass es im Tal nicht genügend schweres Material gebe und deshalb die Unterstützung aus allen Landesteilen benötigt werde. Der Graubündnerische Baumeisterverband (GBV) als Berufsverband der Bündner Baumeister legt Wert auf die folgende Feststellung:

Dass bei ausserordentlichen Ereignissen die lokal verfügbaren Einsatzmittel rasch an ihre Grenzen stossen liegt auf der Hand. Gerade das aktuelle Beispiel zeigt aber auf, wie wichtig lokale Kapazitäten für die Erstintervention bis zur Verstärkung mit herangeführten Mitteln sind. Die Bauwirtschaft im Kanton Graubünden ist leistungsfähig und schlagkräftig. Das hat sie bei gravierenden Unwetterereignissen der Vergangenheit im Puschlav, in der Surselva, in Klosters oder beim Murgang in der Val Parghera bewiesen. Sie verfügt über geeignetes Gerät und erfahrende Fachkräfte für Bau- und Räumungsarbeiten im Gebirge, auch unter erschwerten Bedingungen. Die Bündner Baumeister sind deshalb überrascht und offen gestanden auch irritiert, dass nicht konsequent die im Kanton verfügbaren Einsatzmittel angefragt und aufgeboten werden, bevor weitere Verstärkung angefordert wird. Davon ausgenommen sind im Kanton nicht verfügbare Spezialgeräte. Gerade für einen Gebirgskanton dürfte es in Zukunft noch wichtiger werden, dass die im Kanton ansässigen Unternehmen über das entsprechende Fachwissen, geeignete Maschinen und gut ausgebildet Fachkräfte für die Krisenreaktion verfügen. Dies ist aber nur gewährleistet, wenn sie im Ernstfall auch eingesetzt werden. Die Baumeister sind gerne bereit schnell und unkompliziert ihren Beitrag zu leisten und über den GBV bei Bedarf die notwendige Koordination sicherzustellen.

2 Antworten
  1. Attilio Hohl
    Attilio Hohl says:

    Guten Tag
    Ich habe der Berichterstattung über den Orientierungsabend in Vicosoprano entnommen, dass der Graubündnerische Baumeisterverband sich kritisch über die Arbeiten in Bondo geäussert habe. Dies hat mich veranlasst, auf Ihrer Homepage die entsprechende Verlautbarung nachzulesen. Um Sie zu zitieren, bin ich über den Zeitpunkt und den Inhalt Ihrer Stellungnahme „überrascht und offen gestanden auch irritiert“. Ich werde den Verdacht nicht los, dass es sich dabei um eine Form von Protektionismus handelt, bei der allfällige Konkurrenten ausgeschlossen werden sollen. Dem werden Sie kaum zustimmen, darum frage ich Sie, ob Sie denn den Verantwortlichen der Gemeinde Bregaglia auch spontan Hilfe angeboten haben?
    Es ist für mich als „Halbbergeller“ schwer erträglich, dass bei einem derartig einschneidenden Ereignis wie der Bergsturz in der Val Bondasca von Seiten eines Berufsverbands eindeutig wirtschaftliche Interessen geltend gemacht werden. Das Vorgehen Ihres Verbandes zeugt ausserdem nicht gerade von grosser Pietät.
    Freundliche Grüsse

    Attilio Hohl

    Antworten
    • Barbara Dönz
      Barbara Dönz says:

      Sehr geehrter Herr Hohl

      Vielen Dank für die Verfassung Ihres Kommentars. Ihre Rückmeldung hat uns berührt.
      Es geht dem GBV in der Phase der Krisenreaktion und Soforthilfe bei Naturereignissen nicht um wirtschaftliche Interessen. Der GBV hat in der angesprochenen Medienmitteilung denn auch primär seine Betroffenheit gegenüber der betroffenen Bevölkerung zum Ausdruck gebracht und den zuständigen Behörden auf allen Stufen ein Kompliment ausgesprochen.
      Wie schon in der Vergangenheit, so wird es in unserem Kanton auch in Zukunft immer wieder schwerwiegende Naturereignisse geben. Man weiss nicht wo und man weiss nicht wann. Aber man weiss mit Sicherheit, dass sie stattfinden werden. Es geht also darum, dass sich ein Gebirgskanton wie Graubünden die Fähigkeit aufrecht erhält, rasch und schlagkräftig auf solche Ereignisse zu reagieren. Das aktuelle Beispiel zeigt auf, wie wichtig lokale Kapazitäten für die Erstintervention bis zur Verstärkung mit herangeführten Mitteln sind. Die Bauwirtschaft im Kanton Graubünden ist leistungsfähig und schlagkräftig. Das hat sie bei gravierenden Unwetterereignissen der Vergangenheit im Puschlav, in der Surselva, in Klosters oder beim Murgang in der Val Parghera bewiesen. Sie verfügt über geeignetes Gerät und erfahrende Fachkräfte für Bau- und Räumungsarbeiten im Gebirge, auch unter erschwerten Bedingungen. Gerade für einen Gebirgskanton dürfte es in Zukunft noch wichtiger werden, dass die im Kanton ansässigen Unternehmen über das entsprechende Fachwissen, geeignete Maschinen und gut ausgebildet Fachkräfte für die Krisenreaktion verfügen. Der GBV hat der kantonalen Einsatzleitung seine Unterstützung angeboten. Diese wurde angenommen. Der GBV führt eine laufend aktualisierte Liste der bei den Mitgliedfirmen verfügbaren, schweren Räumungs- und Transportgeräte und stellt diese den Behörden zur Verfügung.
      Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.

      Freundliche Grüsse
      Andreas Felix

      Antworten

Hinterlassen Sie eine Antwort


Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. ErfBestellungliche Felder sind markiert *