Lernende Maurer, Baupraktiker üben in Landquart

Vom 16. – 20. Juni 2014 haben sich 34 lernende Bündner Maurer und 9 Baupraktiker dem Qualifikationsverfahren (QV) zum Abschluss ihrer Ausbildung zu stellen. Zurzeit holen sie sich in Landquart im Rahmen eines Vorkurses den letzten Schliff.
Seit mehreren Jahren bietet der Graubündnerische Baumeisterverband in Landquart einen Vorkurs an, welcher sich bei Lernenden und Ausbildnern eines grossen Zuspruchs erfreut. Er ermöglicht eine letzte Standortbestimmung vor der Prüfung. Sein Ergebnis bildet die Basis, um die letzte Phase der Vorbereitung zielgerichtet in die Hand zu nehmen.
Die Berufsausbildung zum Maurer dauert drei Jahre und erfolgt im Rahmen des trialen Ausbildungssystems. Ausbildungsbetrieb, Berufsfachschule und Überbetriebliche Kurse teilen sich die Ausbildungsverantwortung. Die Berufsfachschule vermittelt die Berufs-kenntnisse und die allgemein bildenden Fächer, der Einführungskursplatz führt die Ler-nenden in die Grundlagen der praktischen Ausführung ein und der Ausbildungsbetrieb zeichnet für die fachtechnisch korrekte Umsetzung des Grundlagenstoffes in der Praxis verantwortlich.
Wertvolle Standortbestimmung

Die Ausbildung im Betrieb stützt sich auf die Bildungsverordnung für den Beruf Maurer/Maurerin EFZ und Baupraktiker/Baupraktikerin EBA. Darin sind die reglementarisch geforderten Ausbildungsinhalte strukturiert dargestellt und auf die einzelnen Lehrjahre und Ausbildungseinheiten aufgeteilt. Mittels Ausbildungsberichten überprüfen Ausbildner und Lernende periodisch den Ausbildungsfortschritt. Als zusätzliche Möglichkeit einer letzten Standortbestimmung vor dem Qualifikationsverfahren erweist sich der Vorkurs des Graubündnerischen Baumeisterverbandes. Der diesjährige QV-Vorkurs findet, unterteilt in vier Gruppen, vom 1. bis 25. April 2014 statt und steht unter der Leitung von Albert Disch, Schiers. Er erfreut sich regen Zuspruchs. Wieder haben ausnahmslos alle Ausbildungsbetriebe ihre Lernenden zum Vorkurs angemeldet. Die Ziegelei Landquart AG gewährt dem Kurs auf ihrem Areal Gastrecht und stellt die notwendigen Baustoffe in namhafter Höhe gratis zur Verfügung. Weiter unterstützen Mitgliedfirmen des GBV den Kurs.

Echte Prüfungssimulation

Während drei Tagen haben die Lernenden die Möglichkeit, unter prüfungsähnlichen Be-dingungen ein Übungsobjekt zu erstellen. Das Objekt wird durch den Kursleiter nach Kriterien bewertet wie sie auch am Qualifikationsverfahren zur Anwendung gelangen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Notengebung im Vorkurs gut mit den später beim QV effektiv erzielten Ergebnissen übereinstimmt. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass es sich bei diesem Vorkurs um eine echte Prüfungssimulation handelt, auf deren Ergebnis Ausbildner und Lernende die letzte Phase der Prüfungsvorbereitung zielgerichtet angehen können.

Chur, 14. April 2014

Medienkontakt

Graubündnerischer Baumeisterverband
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Weitere Infos unter www.gbv.ch

Mindestlohninitiative gefährdet Arbeitsplätze!

Eidgenössische Volksabstimmungen vom 18. Mai 2014

Mindestlohninitiative gefährdet Arbeitsplätze!

Die Baumeister könnten der Abstimmung 18. Mai 2014 eigentlich gelassen entgegen sehen. Der Minimallohn im Bauhauptgewerbe im Kanton Graubünden liegt bei 4‘413.00 Franken, für einen gelernten Facharbeiter gar bei 5‘478.00 Franken. Die Bauarbeiter gehen mit 60 in Pension und profitieren vom fortschrittlichsten Gesamtarbeitsvertrag der gewerblichen Wirtschaft. Trotzdem erteilt der Graubündnerische Baumeisterverband der Mindestlohninitiative eine klare Absage. Warum?

Die Schweiz ist ein teurer Produktionsstandort. Die Lohnkosten sind bereits ohne staatlichen Mindestlohn hoch. Ein Mindestlohn, der im Quervergleich deutlich über dem europäischen Mittel liegt, würde dazu führen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz deutlich sinkt und Arbeitsplätze, insbesondere im Tieflohnbereich, ins Ausland verlagert werden. Leidtragende wären genau die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, für welche die Initiative vordergründig eine Verbesserung erzwingen will. Anstatt einen Job mit tiefem Lohn, hätten sie unter Umständen gar keinen Job mehr.
Dass die Schweiz trotz hohen Lohnkosten wirtschaftlich gut aufgestellt ist, verdankt sie dem flexiblen Arbeitsmarkt. Dieser flexible Arbeitsmarkt ist das Resultat der gelebten Sozialpartnerschaft in verschiedensten Branchen und des weitgehenden Verzichtes auf staatliche Interventionen. Die Regelung der Anstellungsbedingungen ist Sache der einzelnen Branchen. Mit Gesamtarbeitsverträgen (GAV) regeln die Sozialpartner die Arbeitsverhältnisse in ihrer Branche so, dass sie den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Branche gerecht werden. Das gelingt vor allem, weil die jeweiligen GAV mit Vernunft und Augenmass zwischen den Sozialpartnern ausgehandelt werden. Der Staat verhält sich zurückhaltend und greift nur in Ausnahmefällen ein.

Gewerkschaften in der Pflicht
Die Annahme der Masseneinwanderungsinitiative am 9. Februar 2014 hat uns allerdings aufgezeigt, dass das Stimmvolk bereit ist, einschneidende staatliche Eingriffe zu beschliessen, wenn es den Eindruck erhält, die Selbstregulierung funktioniere nicht zufriedenstellend. In diesem Sinne sind insbesondere unsere Sozialpartner gefordert. Es obliegt den Gewerkschaften nicht nur Gesamtarbeitsverträge zu fordern, auszuhandeln und in teilweise polemischer Art und Weise das Verhandlungsterrain zu beackern, sondern mit einem konsequenten Vollzug die Bestimmungen der Verträge auch durchzusetzen. Es sind nicht zuletzt die Gewerkschaften, welche mit ihren politisch motivierten, völlig überzeichneten und regelrecht inszenierten Darstellungen von vereinzelten GAV-Verstössen dazu beitragen, dass das Vertrauen der Bevölkerung in einen wirksamen Schutz vor Lohndumping strapaziert wird. Die Gewerkschaften verschweigen dabei bewusst, dass sie in den meisten gewerblichen Branchen die Vollzugssekretariate der zuständigen Paritätischen Kommissionen führen und damit in der Hauptverantwortung stehen.
Die Mindestlohninitiative ist am 18. Mai 2014 abzulehnen. Es besteht kein Handlungsbedarf, das erfolgreiche Modell der Sozialpartnerschaft durch staatliche Eingriffe zu gefährden. Vielmehr gilt es dazu Sorge zu tragen. Mit der Delegation an den Staat nehmen die Gewerkschaften diese nicht wahr.

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