Lernende Maurer und Baupraktiker sichern Ruine Castels in Putz

Im Rahmen eines überbetrieblichen Kurses des Graubündnerischen Baumeisterverbandes (GBV) erhalten 91 lernende Maurer und Baupraktiker jeweils eine Woche die Gelegenheit, in direktem Anschauungsunterricht den Umgang mit Naturstein zu lernen und zu üben. Der Kurs findet vom 7. April bis zum 27. Juni 2014 auf der Ruine Castels in Putz statt und steht unter der Leitung des Instruktors Hans Baumeler.

Die Ausbildung zum Maurer bzw. Baupraktiker erfolgt im Rahmen des trialen Ausbildungssystems der Berufslehre. Drei Partner teilen sich in der Ausbildungsverantwortung.
– Die Berufsschule vermittelt den Lernenden die theoretischen Grundlagen der Berufskunde wie Fachrechen, Fachzeichen, Baustoffkunde und Baukonstruktion.
– Die überbetrieblichen Kurse (ÜK) vermitteln dem Lernenden die Grundkenntnisse der praktischen Arbeiten beispielsweise beim Mauern, beim Schalen, beim Armieren oder auch beim Versetzen eines Schachtes.
– Der Lehrbetrieb festigt die vermittelten Grundkenntnisse von Berufsschule und Einführungskursen mit der praktischen Anwendung auf der Baustelle. Grundlage dazu bildet die Bildungsverordnung.
Inhalt des vierten ÜK bildet unter anderem ein fünftägiges Modul zum Thema Natursteinmauerwerk. Der Vorstand des Graubündnerischen Baumeisterverbandes hat vor mehr als 20 Jahren entschieden, das Kursmodul aus dem Lehrplan in Sursee herauszulösen und dieses in eigener Verantwortung in Graubünden durchzuführen. Dies nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass Graubünden über ein beachtliches Volumen an historisch wertvoller Bausubstanz verfügt (vor allem Burgruinen), deren Trägerschaften oftmals ohne finanzielle oder praktische Hilfe durch Dritte kaum in der Lage wären, die anvertrauten Objekte in ihrer Substanz zu erhalten. Darüber hinaus kann den Lernenden am konkreten Objekt eine Materie vermittelt werden, welche auch über den Kurs hinaus Bestand hat und nicht am Ende der Kurswoche wieder abgebrochen werden muss. Der ÜK Natursteinmauerwerk 2014 bildet denn auch die Fortsetzung einer ganzen Reihe von Kursen in den letzten 20 Jahren.

1994 Ruine Splügen, Splügen
1996 Ruine Campi, Sils i. D.
1998 Ruine Campi, Sils i. D.
2000 Ruine Jörgenberg, Waltensburg
2002 Ruine Belfort, Brienz
2004 Ruine Belfort, Brienz
2006 Ruine Belfort, Brienz
2008 Ruine Tschanüff, Ramosch (1. Etappe)
2010 Ruine Tschanüff, Ramosch (2. Etappe)
2012 Ruine Castels, Putz (1. Etappe)
2014  Ruine Castels, Putz (2. Etappe)

Diese Tradition findet dieses Jahr mit einer zweiten Etappe der Sanierung der Ruine Castels ihre Fortsetzung.

Nur Gewinner
Die Stiftung Ruine Castels trägt als Bauherrschaft die Kosten für die Baustelleninstallation, die Baustoffe sowie für die Unterkunft und die Verpflegung der  Lernenden und der Instruktoren. Der Beitrag des GBV besteht darin, dass die Kosten für die Arbeitsleistung der Lernenden und des Instruktors durch den GBV getragen werden. Insgesamt werden im Rahmen des Kurses 2014 auf der Ruine Castels rund 4‘100 Arbeitsstunden geleistet. Im Graubündnerischen Baumeisterverband nimmt die Grundausbildung einen wichtigen Stellenwert im Rahmen der Verbandsarbeit ein. Jedes Jahr bilden unsere Lehrbetriebe rund 50 junge Maurer, 10 Baupraktiker und 7 bis 10 Verkehrswegbauer aus. In der Jahresrechnung des GBV bildet die Grundausbildung eine wesentliche Position des Verbandsaufwandes. Die Baumeister nehmen damit Verantwortung in der Berufsausbildung war und sind stolz darauf. In diesem Sinne wird sich der Graubündnerische Baumeisterverband auch in Zukunft für die Belange der Berufsbildung einsetzen. Die Ruine Castels dürfte deshalb nicht das letzte Objekt sein, welches von den lernenden Bündner Maurern und Baupraktikern im Rahmen ihrer Ausbildung saniert wird.

Medienkontakt:

Graubündnerischer Baumeisterverband
Andreas Felix
Geschäftsführer
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7002 Chur
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