Baunachfrage in Graubünden 2015-2019

Baunachfrage in Graubünden 2015-2019,
BAKBASEL prognostiziert Schrumpfung der Nachfrage.

Die Prognosen sind eindeutig. Die Baunachfrage im Kanton Graubünden wird in den nächsten Jahren, insbesondere im Wohnungsbau, deutlich zurückgehen. In den vom Zweitwohnungsstopp stark betroffenen Regionen ist dieser Rückgang drastisch. Die relative Bedeutung des Tiefbaus, der öffentlichen Baunachfrage, oder geografisch betrachtet, des Bündner Rheintals steigt damit weiter an. Dies sind die Erkenntnisse einer Prognosestudie über die Baunachfrage in Graubünden 2015-2019, die BAKBASEL im Auftrag des Graubündnerischen Baumeisterverbandes (GBV) erstellt hat.

Die frühzeitige Erkennung von Entwicklungen und Veränderungen im Marktumfeld ist für jede Unternehmung eine wesentliche Grundlage ihrer strategischen Planung. Auf Grund der positiven Rückmeldungen über die von BAK Basel verfassten Studien „Prognosen Bauvolumina in den Bündner Wirtschaftsregionen 2005-2009 und 2010-2014“, hat der Graubündnerische Baumeisterverband die Studie für den Zeitraum 2015-2019 neu aufgelegt. Die Neuauflage fällt zeitlich zusammen mit den stark wahrnehmbaren Auswirkungen der Beschränkungen im Zeitwohnungsbau. Diesem Aspekt ist denn auch ein Schwerpunkt der aktuellen Prognosestudie gewidmet. Die Studie zeigt auf, dass die Baunachfrage in Graubünden im Zeitraum 2015-2019 gegenüber 2010-2014 insgesamt um 12% schrumpfen wird. In einzelnen Regionen bricht die Gesamtnachfrage um 35% ein. Haupttreiber des Rückgangs ist der Wohnungsbau, der in einigen Regionen um 60% wegbricht. Die relative Bedeutung des Tiefbaus und der öffentlichen Baunachfrage steigt damit weiter an. In Graubünden, mit seiner Gösse und seiner dezentralen Besiedlungsstruktur, generiert der Tiefbau im Bereich der Verkehrsinfrastrukturen seit je eine grosse Baunachfrage. Die öffentliche Baunachfrage, insbesondere von Kanton und Gemeinden, hat in Graubünden einen ungleich höheren Stellenwert als in anderen Kantonen. Auf Grund der massiven Rückgänge bei den Spezialsteuern (Handänderungs- und Grundstückgewinnsteuern) dürfte mittelfristig auch die Investitionsfähigkeit von Kanton und Gemeinden leiden.

Ziele der Prognosestudie

Gegen innen wollen wir unsere Mitglieder in den unternehmerischen Analysen ihres Marktumfeldes unterstützen. Solche Analaysen bilden die Grundlage der strategischen Ausrichtung jeder Unternehmung. Die Studie erhellt in einem übergeordneten Rahmen die Einflussfaktoren, welche auf die Entwicklung der künftigen Baunachfrage einwirken. Die Bevölkerungsentwicklung, die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, die Perspektiven im öffentlichen Finanzhaushalt oder gesetzgeberische Beschränkungen, wie im Falle
der Zweitwohnungsgesetzgebung, sind solche Parameter. Die resultierende Gesamtprognose der Baunachfrage 2015-2019 ist nach den Wirtschaftsregionen des Kantons Graubünden gegliedert.

Gegen aussen soll die Studie aufzeigen, dass sich die Bauwirtschaft im Kanton Graubünden ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung bewusst ist und sie sich deshalb regelmässig mit der Entwicklung der Branche auseinandersetzt. Sich abzeichnende Veränderungen sollen erkannt und die Unternehmungen in die Lage versetzt werden, sich rechtzeitig darauf auszurichten, damit die Bauwirtschaft in Graubünden auch in Zukunft als wichtige Branche unserer Volkswirtschaft solide aufgestellt bleibt, und deren Ausrichtung sich auf eine strategische Markbeobachtung abstützt. Die  Bauwirtschaft im Kanton Graubünden strahlt damit einen Umgang mit Veränderungen aus, welcher Vertrauen vermittelt und jungen Menschen in unserem Kanton für ihre Aus- und Weiterbildung langfristige und attraktive Perspektiven eröffnet.

Die Studie wurde vom Departement für Volkswirtschaft und Soziales des Kantons Graubünden sowie vom Beitragsfonds der Graubündner Kantonalbank finanziell unterstützt. Für das grosszügige Engagement dieser beiden Partner bedanken wir uns herzlich.
Der GBV geht eigene Handlungsoptionen aktiv an:
1. Grundlagenbeschaffung und Dokumentation der Mitglieder mit Informationen, welche die Mitglieder nicht selbst beschaffen können und die sie in der Analyse ihres Marktumfeldes unterstützen. Die vorliegende Prognosestudie von BAKBASEL ist so eine Grundlage.
2. Konsequente Durchsetzung des geltenden Gesamtarbeitsvertrages im Bauhauptgewerbe zur Sicherstellung gleicher Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter. Der GBV stellt dies mit seinem Engagement in der Paritätischen Berufskommission für das Bauhauptgewerbe und mit dem Mandat zur Geschäftsführung der Arbeitskontrollstelle Graubünden sicher.

Vor diesem Hintergrund fordert GBV von der Politik:
1. Die Gesetzgebung Zweitwohnungsbau ist rasch voranzutreiben. Der Schutz des Eigentums und die freie Verfügbarkeit über die vor der Abstimmung existierenden Liegenschaften durch den Eigentümer ist zu gewährleisten. Begrenzte Erweiterungen von Liegenschaften müssen ohne Inkaufnahme von Nutzungsbeschränkungen zugelassen sein.
2. Im Wettbewerb um öffentliche Bauaufträge sind gleichlange Spiesse zu gewährleisten und die Interessen der bündnerischen Volkswirtschaft im Rahmen des rechtlich Zulässigen konsequent zu berücksichtigen. Bei ausländischen Anbietern sind Vergaben nur an Anbieter gerechtfertigt, deren Herkunftsländer den Bündner Anbietern echtes Gegenrecht gewähren.

 

Medienkontakt:

Graubündnerischer Baumeisterverband
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Markus Derungs, Präsident
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Natel: 079 611 15 01
E-Mail: m.derungs@derungsbau.ch
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