Leicht rückläufige Bautätigkeit 2018

Chur, 1. März 2019. – Gemessen am Rekordumsatz des Vorjahres ging die Bautätigkeit im «Baujahr 2018» um -7.1% zurück. Insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gingen die Umsätze zurück. Im Tiefbau ist der insgesamt marginale Rückgang vor allem den Witterungseinflüssen geschuldet. Konnte im Vorjahr bis vor Weihnachten praktisch ungehindert produziert werden, so war 2018 der Wintereinbruch deutlich spürbarer. Im Hinblick auf den Start in das angebrochene Jahr stimmen die Arbeitsvorräte positiv. Sie erreichen vor allem im Wohnungsbau und Tiefbau vergleichsweise hohe Werte. Anderseits deutet das rückläufige Volumen bei der Bauzeitversicherung darauf hin, dass im Hochbau die Dynamik schwindet.

Beschäftigte
Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2018 um 47 Personen (-0.9%) ab. Sie ist insbesondere bei den Kurzaufenthaltern und den übrigen Ausländern begründet.
Im Bauhauptgewerbe des Kantons Graubünden waren per Ende Juni 2018 insgesamt 5’041 Personen (-0.9%) beschäftigt, nämlich 1’744 Schweizer (+4.6%), 1’012 Kurzaufenthalter (-2.3%) und 2’285 übrige Ausländer (-4.2%). Der Rückgang bei den Beschäftigten wird in der Tendenz durch die geringeren Umsätze plausibilisiert, auch wenn die Stichtageerhebung der Beschäftigten nicht direkt mit der Jahreserhebung der Umsätze vergleichbar ist.

Auftragseingang
Im Jahr 2018 verzeichneten die Auftragseingänge auf Grund der hohen Nachfrage im Tiefbau einen Höchstwert in der achtjährigen Vergleichsperiode. Im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gingen die Auftragseingänge zurück.
Insgesamt summierten sich die Auftragseingänge im Jahr 2018 auf 1‘091.4 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von +5.0%. Dank der hohen Nachfrage im Tiefbau resultiert damit der höchste Wert von eingegangenen Aufträgen seit 2011. Die Auftragseingänge im Tiefbau nahmen gegenüber dem Vorjahr um +19.2% zu. Dies manifestiert die hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton, Gemeinden und Rhätischer Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen und deren Bedeutung für die Bündner Bauwirtschaft. Im Wohnungsbau weist der Rückgang von -5.8% wohl darauf hin, dass die Dynamik der letzten Jahre auf Grund zunehmender Leerwohnungen etwas eingebremst wird. Der Rückgang im übrigen Hochbau um -20.3% bestätigt frühere Aussagen, wonach diese Sparte im 2017 vom Grossprojekt der Justizvollzugsanstalt in Cazis geprägt war.

Bauvolumen / Umsätze
Per Ende 2018 resultierte mit 1‘000.7 Mio. Franken ein Bauvolumen das die Grenze von einer Milliarde überschritt. Nach 2011 und 2017 wurde damit in der Vergleichsperiode die Grenze von einer Milliarde Franken zum dritten Mal übertroffen.
Das im Jahre 2018 realisierte Bauvolumen belief sich auf 1‘000.7 Mio. Franken. Es lag damit um -7.1% unter dem Vorjahreswert. Die Abnahme ist primär im Wohnungsbau zu verzeichnen wo mit 270.3 Mio. Franken gegenüber dem Vorjahr -17.9% weniger verbaut wurden. Im übrigen Hochbau hielt sich der Rückgang mit -1.8% in Grenzen und im Tiefbau dürfte der Rückgang um -2.6% auf 568.0 Mio. Franken den gegenüber dem Vorjahresquartal unterschiedlichen Witterungseinflüssen im 4. Quartal 2018 geschuldet sein.

Arbeitsvorrat
Aus den gestiegenen Auftragseingängen und dem rückläufigen Bauvolumen resultieren konsequenterweise hohe Arbeitsvorräte per 31. Dezember 2018. Namentlich im Tiefbau fanden die im 4. Quartal nicht mehr ausgeführten Aufträge ihren Niederschlag in den Arbeitsvorräten.
Die Arbeitsvorräte beliefen sich per 31. Dezember 2018 auf 361.3 Mio. Franken. Sie liegen damit um +17.9% über dem Vorjahreswert von 306.5 Mio. Innerhalb der Sparten ergeben sich allerdings markante Unterschiede. Während sich der Arbeitsvorrat im Tiefbau aus den erwähnten Gründen um +28.3% erhöhte, nahm er im übrigen Hochbau um -45.0% ab. Im Wohnungsbau wiederum stieg er um 35.6% an.
Die relativ tiefen Basiswerte der Arbeitsvorräte per 31. Dezember, insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau, führen bei den Prozentwerten zu vermeintlich spektakulären Veränderungen. Sie sind aus diesem Grund zu relativieren.

Bauzeitversicherungen
Auf der Basis der erteilten Baubewilligungen betrug das für 2018 zugesicherte bauzeitversicherte Volumen 1‘334 Millionen Franken. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert von 1‘693 Millionen Franken zeigt eine Abnahme um -21.2%.
Der markante Rückgang dürfte durchaus als Zeichen zu werten sein, dass sich im Wohnungsbau eine Sättigung der Nachfrage abzeichnet. Die Zunahme des Leerwohnungsbestandes im Kanton Graubünden lässt diese Vermutung zumindest zu.

Datenquellen:
Die Auswertung der Daten basiert auf den Quartalserhebungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes und den Monatserhebungen der Gebäudeversicherung Graubünden.