Starke Bautätigkeit 2019

Chur, 27. Februar 2020. – Die Bautätigkeit im Kanton Graubünden im Baujahr 2019 stieg gegenüber dem Vorjahr um +13.4% und erreichte in der mehrjährigen Vergleichsperiode seit 2012 einen neuen Höchststand. Die starke Bautätigkeit stellte sich in allen Sparten ein. Im Hinblick auf den Start in das angebrochene Jahr stimmen die Arbeitsvorräte positiv. Sie erreichen insbesondere im Tiefbau und im übrigen Hochbau im langjährigen Vergleich einen hohen Stand. Im Wohnungsbau hingegen sind sie stark zurückgegangen. Die Stagnation bei der Bauzeitversicherung deutet darauf hin, dass im Hochbau und dabei insbesondere im Wohnungsbau die Dynamik schwindet.

Beschäftigte
Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe betrug per 30. Juni 2019 4’777 Personen. 

Im Bauhauptgewerbe des Kantons Graubünden waren per Ende Juni 2019 insgesamt 4’777 Personen (-5.2%) beschäftigt, nämlich 1’893 Schweizer (+8.5%), 647 Kurzaufenthalter (-36.0%) und 2’237 übrige Ausländer (-2.1%). Die Erhebung der Beschäftigten erfolgt per Stichtag und ist nicht direkt mit der Jahreserhebung der Umsätze vergleichbar.

Auftragseingang
Im Jahr 2019 lagen die Auftragseingänge auf Grund der hohen Nachfrage im Tiefbau und im übrigen Hochbau marginal höher als im Vorjahr. Im Wohnungsbau gingen die Auftragseingänge zurück.
Insgesamt summierten sich die Auftragseingänge im Jahr 2019 auf 1‘102.5 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von +1.0%. Dazu beigetragen haben die nach wie vor solide Nachfrage im Tiefbau und die positive Entwicklung im übrigen Hochbau. Die Auftragseingänge im Tiefbau nahmen gegenüber dem hohen Vorjahreswert zwar um -5.1% ab. Im Mehrjahresvergleich lagen sie aber immer noch auf einem guten Niveau. Dies manifestiert die hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton, Gemeinden und Rhätischer Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen und deren Bedeutung für die Bündner Bauwirtschaft. Im übrigen Hochbau (Gewerbe/Industrie) war eine starke Zunahme von +60.4% zu verzeichnen. Dieser Wert ist auf Grund des relativ geringen Volumens traditionell volatil. Im Wohnungsbau weist der Rückgang von -11.6% wohl darauf hin, dass die Dynamik der letzten Jahre nachlässt.

Bautätigkeit / Bauvolumen
Per Ende 2019 resultierte mit 1‘134.6 Mio. Franken ein Bauvolumen, das die Grenze von einer Milliarde erneut überschritt, nachdem dies bereits in den beiden Vorjahren der Fall war.
Das im Jahr 2019 realisierte Bauvolumen belief sich auf 1‘134.6 Mio. Franken. Es lag damit um +13.4% über dem Vorjahreswert. Die Zunahme zeigt sich in allen Sparten. Der Tiefbau verzeichnet einen Anstieg um +10.1%, während die Nachfrage im Wohnungsbau um +15.6% und im übrigen Hochbau um +21.0% zunahm. Mit 625.2 Mio. Franken machte der Tiefbau im 2019 erneut rund 55% der Baunachfrage im Kanton Graubünden aus, während der Hochbau (Wohnungsbau und übriger Hochbau) insgesamt auf 45% kam. Dies bestätigt die hohe Bedeutung des Tiefbaus und des Infrastrukturbaus im Kanton Graubünden, welcher primär von der öffentlichen Hand nachgefragt wird. Noch vor zehn Jahren (2010) lag das Verhältnis Tiefbau zu Hochbau ausgeglichen bei je 50%.

Arbeitsvorrat
Trotz des hohen Bauvolumens resultierten dank den erfreulichen Auftragseingängen per 31. Dezember 2019 nach wie vor beträchtliche Arbeitsvorräte. Namentlich im Tiefbau fanden die im 4. Quartal auf Grund des Wintereinbruchs in Teilen des Kantons nicht mehr ausgeführten Aufträge ihren Niederschlag in den Arbeitsvorräten.
Die Arbeitsvorräte beliefen sich per 31. Dezember 2019 auf 389.0 Mio. Franken. Sie liegen damit um +7.7% über dem Vorjahreswert von 361.3 Mio. Innerhalb der Sparten ergeben sich allerdings markante Unterschiede. Während sich der Arbeitsvorrat im Tiefbau aus den erwähnten Gründen um +16.7% erhöhte, nahm er im Wohnungsbau um -26% ab. Im übrigen Hochbau stieg er um +68.8% an, nachdem er im Vorjahr um -45.0% gesunken war.
Die relativ tiefen Basiswerte der Arbeitsvorräte per 31. Dezember, insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau, führen bei den Prozentwerten zu vermeintlich spektakulären Veränderungen. Sie sind aus diesem Grund zu relativieren.

Bauzeitversicherungen
Auf der Basis der erteilten Baubewilligungen betrug das für 2019 zugesicherte bauzeitversicherte Volumen 1‘365 Millionen Franken. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert von 1‘334 Millionen Franken zeigt eine Zunahme um +2.3%, nachdem im Vorjahr gegenüber 2017 ein Rückgang von -21.3% hingenommen werden musste.
Der tendenziell rückläufige Trend gegenüber den Jahren 2016/2017 ist als Zeichen zu werten, dass sich im Wohnungsbau eine Sättigung der Nachfrage abzeichnet. Die Zunahme des Leerwohnungsbestandes im Kanton Graubünden lässt diese Vermutung zumindest zu.

Datenquellen:
Die Auswertung der Daten basiert auf den Quartalserhebungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes und den Monatserhebungen der Gebäudeversicherung Graubünden.

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Graubündnerischer Baumeisterverband
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