Leicht rückläufige Bautätigkeit 2018

Chur, 1. März 2019. – Gemessen am Rekordumsatz des Vorjahres ging die Bautätigkeit im «Baujahr 2018» um -7.1% zurück. Insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gingen die Umsätze zurück. Im Tiefbau ist der insgesamt marginale Rückgang vor allem den Witterungseinflüssen geschuldet. Konnte im Vorjahr bis vor Weihnachten praktisch ungehindert produziert werden, so war 2018 der Wintereinbruch deutlich spürbarer. Im Hinblick auf den Start in das angebrochene Jahr stimmen die Arbeitsvorräte positiv. Sie erreichen vor allem im Wohnungsbau und Tiefbau vergleichsweise hohe Werte. Anderseits deutet das rückläufige Volumen bei der Bauzeitversicherung darauf hin, dass im Hochbau die Dynamik schwindet.

Beschäftigte
Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2018 um 47 Personen (-0.9%) ab. Sie ist insbesondere bei den Kurzaufenthaltern und den übrigen Ausländern begründet.
Im Bauhauptgewerbe des Kantons Graubünden waren per Ende Juni 2018 insgesamt 5’041 Personen (-0.9%) beschäftigt, nämlich 1’744 Schweizer (+4.6%), 1’012 Kurzaufenthalter (-2.3%) und 2’285 übrige Ausländer (-4.2%). Der Rückgang bei den Beschäftigten wird in der Tendenz durch die geringeren Umsätze plausibilisiert, auch wenn die Stichtageerhebung der Beschäftigten nicht direkt mit der Jahreserhebung der Umsätze vergleichbar ist.

Auftragseingang
Im Jahr 2018 verzeichneten die Auftragseingänge auf Grund der hohen Nachfrage im Tiefbau einen Höchstwert in der achtjährigen Vergleichsperiode. Im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau gingen die Auftragseingänge zurück.
Insgesamt summierten sich die Auftragseingänge im Jahr 2018 auf 1‘091.4 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme von +5.0%. Dank der hohen Nachfrage im Tiefbau resultiert damit der höchste Wert von eingegangenen Aufträgen seit 2011. Die Auftragseingänge im Tiefbau nahmen gegenüber dem Vorjahr um +19.2% zu. Dies manifestiert die hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton, Gemeinden und Rhätischer Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen und deren Bedeutung für die Bündner Bauwirtschaft. Im Wohnungsbau weist der Rückgang von -5.8% wohl darauf hin, dass die Dynamik der letzten Jahre auf Grund zunehmender Leerwohnungen etwas eingebremst wird. Der Rückgang im übrigen Hochbau um -20.3% bestätigt frühere Aussagen, wonach diese Sparte im 2017 vom Grossprojekt der Justizvollzugsanstalt in Cazis geprägt war.

Bauvolumen / Umsätze
Per Ende 2018 resultierte mit 1‘000.7 Mio. Franken ein Bauvolumen das die Grenze von einer Milliarde überschritt. Nach 2011 und 2017 wurde damit in der Vergleichsperiode die Grenze von einer Milliarde Franken zum dritten Mal übertroffen.
Das im Jahre 2018 realisierte Bauvolumen belief sich auf 1‘000.7 Mio. Franken. Es lag damit um -7.1% unter dem Vorjahreswert. Die Abnahme ist primär im Wohnungsbau zu verzeichnen wo mit 270.3 Mio. Franken gegenüber dem Vorjahr -17.9% weniger verbaut wurden. Im übrigen Hochbau hielt sich der Rückgang mit -1.8% in Grenzen und im Tiefbau dürfte der Rückgang um -2.6% auf 568.0 Mio. Franken den gegenüber dem Vorjahresquartal unterschiedlichen Witterungseinflüssen im 4. Quartal 2018 geschuldet sein.

Arbeitsvorrat
Aus den gestiegenen Auftragseingängen und dem rückläufigen Bauvolumen resultieren konsequenterweise hohe Arbeitsvorräte per 31. Dezember 2018. Namentlich im Tiefbau fanden die im 4. Quartal nicht mehr ausgeführten Aufträge ihren Niederschlag in den Arbeitsvorräten.
Die Arbeitsvorräte beliefen sich per 31. Dezember 2018 auf 361.3 Mio. Franken. Sie liegen damit um +17.9% über dem Vorjahreswert von 306.5 Mio. Innerhalb der Sparten ergeben sich allerdings markante Unterschiede. Während sich der Arbeitsvorrat im Tiefbau aus den erwähnten Gründen um +28.3% erhöhte, nahm er im übrigen Hochbau um -45.0% ab. Im Wohnungsbau wiederum stieg er um 35.6% an.
Die relativ tiefen Basiswerte der Arbeitsvorräte per 31. Dezember, insbesondere im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau, führen bei den Prozentwerten zu vermeintlich spektakulären Veränderungen. Sie sind aus diesem Grund zu relativieren.

Bauzeitversicherungen
Auf der Basis der erteilten Baubewilligungen betrug das für 2018 zugesicherte bauzeitversicherte Volumen 1‘334 Millionen Franken. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert von 1‘693 Millionen Franken zeigt eine Abnahme um -21.2%.
Der markante Rückgang dürfte durchaus als Zeichen zu werten sein, dass sich im Wohnungsbau eine Sättigung der Nachfrage abzeichnet. Die Zunahme des Leerwohnungsbestandes im Kanton Graubünden lässt diese Vermutung zumindest zu.

Datenquellen:
Die Auswertung der Daten basiert auf den Quartalserhebungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes und den Monatserhebungen der Gebäudeversicherung Graubünden.

 

Lernende Maurer/Innen und Baupraktiker/Innen üben in Landquart

Chur, 28. Februar 2019. – Im Juni 2019 haben sich 5 Baupraktiker und rund 40 lernende Bündner Maurer dem Qualifikationsverfahren (QV) zum Abschluss ihrer Ausbildung zu stellen. Zurzeit holen sie sich in Landquart im Rahmen eines Vorkurses den letzten Schliff. Die echte Prüfungssimulation ist äusserst beliebt. Auch dieses Jahr machen fast alle Lernenden mit.

Seit mehreren Jahren bietet der Graubündnerische Baumeisterverband in Landquart einen Vorkurs an, welcher sich bei Lernenden und Ausbildnern/Innen eines grossen Zuspruchs erfreut. Er ermöglicht eine letzte Standortbestimmung vor der Prüfung. Sein Ergebnis bildet die Basis, um die letzte Phase der Vorbereitung zielgerichtet in die Hand zu nehmen. Die Berufsausbildung zum/zur Maurer/In dauert drei Jahre und jene zum/zur Baupraktiker/In deren zwei. Sie erfolgt im Rahmen des trialen Ausbildungssystems. Ausbildungsbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse teilen sich die Ausbildungsverantwortung. Die Berufsfachschule vermittelt die Berufskenntnisse und die allgemeinbildenden Fächer, der Einführungskursplatz führt die Lernenden in die Grundlagen der praktischen Ausführung ein und der Ausbildungsbetrieb zeichnet sich für die fachtechnisch korrekte Umsetzung und Vertiefung des Grundlagenstoffes in der Praxis verantwortlich.

Wertvolle Standortbestimmung
Die Ausbildung im Betrieb stützt sich auf die Bildungsverordnung für die Berufe Maurer/In EFZ und Baupraktiker/In EBA. Darin sind die reglementarisch geforderten Ausbildungsinhalte strukturiert dargestellt und auf die einzelnen Lehrjahre und Ausbildungseinheiten aufgeteilt. Mittels Ausbildungsberichten überprüfen Ausbildner/Innen und Lernende periodisch den Ausbildungsfortschritt. Als zusätzliche Möglichkeit einer letzten Standortbestimmung vor dem Qualifikationsverfahren erweist sich der Vorkurs des Graubündnerischen Baumeisterverbandes. Der diesjährige „Vorkurs Qualifikationsverfahren“ findet, unterteilt in drei Gruppen, vom 11. Februar bis 1. März 2019 statt und steht unter der Leitung von Nicola Carroccia, Cazis. Der Kurs erfreut sich regen Zuspruchs. Wieder haben fast alle Ausbildungsbetriebe ihre Lernenden zum Vorkurs angemeldet. Die Ziegelei Landquart AG gewährt dem Kurs auf ihrem Areal Gastrecht. Weiter wird der Kurs von mehreren Mitgliedfirmen des GBV unterstützt.

Echte Prüfungssimulation
Während drei Tagen haben die Lernenden die Möglichkeit, unter prüfungsähnlichen Bedingungen ein Übungsobjekt zu erstellen. Das Objekt wird durch den Kursleiter nach Kriterien bewertet, wie sie auch am Qualifikationsverfahren zur Anwendung gelangen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Notengebung im Vorkurs gut mit den später beim QV effektiv erzielten Ergebnissen übereinstimmt. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass es sich bei diesem Vorkurs um eine echte Prüfungssimulation handelt, auf deren Ergebnis Ausbildner/Innen und Lernende die letzte Phase der Prüfungsvorbereitung zielgerichtet angehen können.

 

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Baumeisterverband sagt Nein zur Zersiedelungsinitiative

Chur, 10. Januar 2019. – Der Graubündnerische Baumeisterverband empfiehlt den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern ein Nein zur Zersiedelungsinitiative. Der radikale Vorschlag gefährdet wichtige Arbeitsplätze und untergräbt die zukunftsorientiere Raumpolitik, die mit dem revidierten Raumplanungsgesetz im Kanton und den Gemeinden derzeit umgesetzt wird.

Am 10. Februar 2019 stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Eidgenössische Volksinitiative «Zersiedelung stoppen – für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung» (Zersiedelungsinitiative) ab. Die Initiative der Jungen Grünen ist mit ihrem vollständigen Einzonungsstopp zu radikal: Sie erlaubt neue Bauzonen nur noch, wenn mindestens eine gleich grosse Fläche mit vergleichbarer Bodenqualität ausgezont wird. Die Folgen davon wären verheerend: In bestimmten Regionen käme es zu einer grossen Baulandverknappung, welche Boden- und Mietzinspreise in die Höhe treiben sowie Betriebsstandorte und Infrastrukturprojekte gefährden würde.

Das Stimmvolk hat mit seinem Entscheid zum Raumplanungsgesetz 2013 die Stossrichtung für die Raumpolitik bereits vorgegeben. Dieses systematische und zukunftsorientierte Vorgehen wird mit der radikalen Initiative untergraben. Sie schiesst mit ihren grossen negativen Folgen für die Wirtschaft und die gesellschaftliche Entwicklung weit übers Ziel hinaus und ist komplett unnütz. Insbesondere berücksichtigt sie die Bevölkerungs- und Wirtschaftsentwicklung sowie die unterschiedlichen kantonalen und regionalen Verhältnisse zu wenig. Für den Kanton Graubünden wiegt dies besonders schwer. Der Graubündnerische Baumeisterverband fordert eine langfristig ausgerichtete, verantwortungsvolle und verlässliche Raumpolitik. Der richtige Weg dazu ist das revidierte Raumplanungsgesetz (RPG), welches das Anliegen einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung bereits weitestgehend erfüllt. Die Zersiedelungsinitiative wird deshalb auch von Bundesrat, Nationalrat und Ständeart klar abgelehnt.

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Stellungnahme des Graubündnerischen Baumeisterverbandes GBV zur Publikation der WEKO-Verfügung „Hoch und Tiefbauleistungen Engadin I“

Der Graubündnerische Baumeisterverband GBV hat zur WEKO-Untersuchung „Hoch und Tiefbauleistungen Engadin I“ vor einigen Monaten bereits umfassend Auskunft gegeben. Auch mit der finalen Veröffentlichung der WEKO-Verfügung liegen keine neuen Entwicklungen oder Erkenntnisse vor. Daher bittet der GBV um Verständnis, dass es auch seitens des Verbandes den bereits gegebenen Antworten nichts mehr hinzuzufügen gilt. Der GBV hält abschliessend nochmals fest:

  • Das Verfahren der WEKO gegen den GBV wurde eingestellt. Der GBV wurde nicht verurteilt, legt aber nochmals Wert darauf zu betonen: Der Verband bedauert sehr, dass von ihm organisierte Versammlungen bis Anfang 2008 teilweise als Plattform für wettbewerbswidrige Absprachen benutzt wurden.
  • Mit der Veröffentlichung der WEKO-Verfügung findet für den GBV eine langjährige Untersuchung ihren Abschluss. Der GBV legt den Fokus seiner Verbandstätigkeit nun in die Zukunft. Die Überprüfung seiner Compliance sowie die Sensibilisierung und Weiterbildung im Verband erfahren dabei eine hohe Bedeutung. Dies wird ein umfangreicher Prozess sein, der erst am Anfang steht. Wir werden die Öffentlichkeit zu gegebener Zeit darüber orientieren.

 

 

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Erfolgreiche Berufsabschlüsse 2018

1 Gleisbauer EFZ, 11 Strassenbauer EFZ, 35 Maurer EFZ und 6 Baupraktiker EBA haben ihre Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen.

Der Abschluss der beruflichen Grundbildung und das bestandene Qualifikationsverfahren sind Ausdruck einer vollbrachten Leistung und einer übersprungenen Hürde. Der GBV gratuliert allen erfolgreichen Prüfungsabsolventen ganz herzlich.

Die erfolgreichen Prüfungskandidaten sehen Sie hier.

 

 

Lernende Maurer und Baupraktiker sichern Ruine Tschanüff in Ramosch

Chur, 27. Juni 2018. – Im Rahmen eines überbetrieblichen Kurses des Graubündnerischen Baumeisterverbandes (GBV) sichern 79 Lernende die Ruine Tschanüff in Ramosch. Die lernenden Maurer und Baupraktiker erhalten jeweils während einer Woche die Gelegenheit, in direktem Anschauungsunterricht vor Ort an der Ruine den Umgang mit Naturstein zu erlernen und diesen historischen Bau damit zu erhalten. Der überbetriebliche Kurs startete am 14. Mai und dauert noch bis am 29. Juni 2018. Er steht unter der Leitung der Instruktoren Christoph Mathis und Pascal Zbinden.

Die Ausbildung zum Maurer bzw. Baupraktiker erfolgt im Rahmen des trialen Ausbildungssystems der Berufslehre. Drei Partner teilen sich die Ausbildungsverantwortung.

  • Die Berufsschule vermittelt den Lernenden die theoretischen Grundlagen der Berufskunde wie Fachrechnen, Fachzeichnen, Baustoffkunde und Baukonstruktion.
  • Die überbetrieblichen Kurse (ÜK) vermitteln den Lernenden die Grundkenntnisse der praktischen Arbeiten, beispielsweise beim Mauern, Schalen, Armieren oder Versetzen eines Schachtes.
  • Im Lehrbetrieb festigen die Lernenden die vermittelten Grundkenntnisse von Berufsschule und Einführungskursen mittels praktischer Anwendung auf der Baustelle. Grundlage dafür bildet die Bildungsverordnung.

 

Lernende erhalten Natursteinmauerwerke

Im Rahmen der ÜK wird unter anderem das Thema Natursteinmauerwerk vermittelt. Der Vorstand des Graubündnerischen Baumeisterverbandes hat vor bald 20 Jahren entschieden, diesen Kursinhalt aus dem Lehrplan in Sursee herauszulösen und in eigener Verantwortung in Graubünden durchzuführen. Dies vor allem aufgrund der Tatsache, dass Graubünden über ein beachtliches Volumen an historisch wertvoller Bausubstanz verfügt, vor allem in Form von Burgruinen. Deren Trägerschaften wären oftmals ohne finanzielle oder praktische Hilfe durch Dritte kaum in der Lage, die anvertrauten Objekte in ihrer Substanz zu erhalten. Darüber hinaus kann den Lernenden am konkreten Objekt die Materie vermittelt werden, sodass dieses Wissen über den Kurs hinaus Bestand hat. Der ÜK Natursteinmauerwerk 2018 bildet denn auch die Fortsetzung einer ganzen Reihe von Kursen in den letzten Jahren:

1996    Ruine Campi, Sils i. D.

1998    Ruine Campi, Sils i. D.

2000    Ruine Jörgenberg, Waltensburg

2002    Ruine Belfort, Brienz

2004    Ruine Belfort, Brienz

2006    Ruine Belfort, Brienz

2008    Ruine Tschanüff, Ramosch (1. Etappe)

2010    Ruine Tschanüff, Ramosch (2. Etappe)

2012    Burg Castels, Putz (1. Etappe)

2014    Burg Castels, Putz (2. Etappe)

2016    Burg Castels, Putz (3. Etappe)

2018    Ruine Tschanüff, Ramosch (3. Etappe)

Dieses Jahr reiht sich die dritte Etappe der Sanierung der Ruine Tschanüff in die Kurstradition ein.

 

3‘700 Arbeitsstunden für den Erhalt der Ruine Tschanüff

Die Fundaziun Tschanüff trägt als Bauherrschaft die Kosten für die Baustelleninstallation, die Baustoffe sowie für Unterkunft und Verpflegung der Lernenden und der Instruktoren. Der GBV trägt die Kosten für die Arbeitsleistung der Lernenden und der Instruktoren. Insgesamt werden im Rahmen des Kurses 2018 auf der Ruine Tschanüff rund 3‘700 Arbeitsstunden geleistet. Im Graubündnerischen Baumeisterverband nimmt die Grundausbildung einen wichtigen Stellenwert im Rahmen der Verbandsarbeit ein. Jedes Jahr bilden die Lehrbetriebe rund 50 junge Maurer, 10 Baupraktiker und 7 bis 10 Verkehrswegbauer aus. In der Jahresrechnung des GBV bildet die Grundausbildung eine wesentliche Position des Verbandsaufwandes. Die Baumeister nehmen damit Verantwortung in der Berufsausbildung wahr und sind stolz darauf. In diesem Sinne wird sich der Graubündnerische Baumeisterverband auch in Zukunft für die Belange der Berufsbildung einsetzen. Die Ruine Tschanüff dürfte deshalb nicht das letzte Objekt sein, welches von den lernenden Bündner Maurern und Baupraktikern im Rahmen ihrer Ausbildung saniert wird.

 

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Graubündnerischer Baumeisterverband
Andreas Felix
Geschäftsführer
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Graubündnerischer Baumeisterverband packt Zukunft an

Der Graubündnerische Baumeisterverband (GBV) will aus den jüngst bekannt gewordenen Verstössen gegen das Wettbewerbsrecht seine Lehren ziehen. Den Blick richtet der GBV in die Zukunft. Der Vorstand hat mit Beschluss vom 24. Mai 2018 deshalb entschieden, gegen die von der Weko auferlegten Verfahrenskosten keine Beschwerde ans Bundesverwaltungsgericht weiter zu ziehen. Den Fokus legt der GBV stattdessen auf die vom Schweizerischen Baumeisterverband angestossenen Verbesserungen bezüglich Einhaltung des Wettbewerbsrechts in der Baubranche.

 

Das Verfahren der Wettbewerbskommission gegen den Graubündnerischen Baumeisterverband ist eingestellt. Der GBV wurde nicht verurteilt. Die Wettbewerbskommission Weko hat dem GBV jedoch Verfahrenskosten auferlegt. Der Vorstand des Graubündnerischen Baumeisterverbandes verzichtet auf Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht gegen diese Verfahrenskosten. Der Vorstand will den Fokus auf die Zukunft und die Erarbeitung von Verbesserungen zur Einhaltung des Wettbewerbsrechts setzen.

Der GBV begrüsst ausdrücklich das Vorgehen des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV, der Verbesserungen für die Einhaltung des Wettbewerbsrechts erarbeiten will. An diesem Prozess wird sich der GBV aktiv beteiligen, um zukunftsgerichtet massgebliche Fortschritte zu erzielen. Angestrebt werden Instrumente wie Best-Practice-Empfehlungen und Compliance Massnahmen, die das Baugewerbe weiterbringen.

 

 

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Markus Derungs
Präsident GBV
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Andreas Felix
Geschäftsführer GBV
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WEKO stellt Verfahren gegen GBV ein!

Im Zuge der laufenden Untersuchungen der Wettbewerbskommission (WEKO) im Kanton Graubünden, hat die WEKO heute in einer Medienmitteilung das Ergebnis und ihren Entscheid im Fall Engadin I kommuniziert. Als einzigem von zehn Fällen ist von diesem Verfahren auch der Graubündnerische Baumeisterverband (GBV) betroffen. Dem Graubündnerischen Baumeisterverband liegt das Dispositiv des Entscheides vor. Die WEKO hält darin fest, dass im Fall des GBV das Verfahren ohne Sanktionen eingestellt wird.

 

Gesinnungswandel der WEKO

Dem Baumeisterverband und deren Organe wird zwar nicht vorgeworfen, an Preisabsprachen beteiligt gewesen zu sein, jedoch allein schon mit der Organisation von Vorversammlungen das Umfeld für Preisabsprachen geschaffen zu haben. Dabei hat der GBV nichts Anderes gemacht, als das Reglement des Schweizerischen Baumeisterverbandes vollzogen, welches die Durchführung von solchen Vorversammlungen explizit vorsah. Dieses Reglement aus dem Jahre 2003 wurde im Rahmen des Schlussberichtes der WEKO vom 15. September 2003 in Bezug auf die Durchführung solcher Versammlungen als kartellrechtlich unbedenklich erklärt. So stellt die WEKO in ihren Schlussfolgerungen zum Reglement des Schweizerischen Baumeisterverbandes fest:

 

“… dass … keine Anhaltspunkte für allfällige Wettbewerbsbeschränkungen mehr bestehen“.

 

Selbstverständlich waren auch damals wie heute Preisabsprachen verboten. So durfte auch der GBV davon ausgehen, dass seine Mitglieder und die mit der Durchführung beauftragten Personen sich im Rahmen dieses Reglements bewegen. Wenn heute die WEKO von ihrem Schlussbericht von 2003 zu diesem Reglement des SBV eine andere Sichtwiese einnimmt und gestützt darauf den GBV die blosse Organisation solcher Vorversammlungen vorwirft ist dieser Gesinnungswandel nicht nachvollziehbar. Immerhin bestätigt selbst die aus Sicht des GBV tendenziöse Medienmitteilung der WEKO, dass der GBV und sein heutiger Geschäftsführer nicht an Vorversammlungen teilgenommen haben. Damit ist der in der Online-Plattform “Republik“ erschienene Fortsetzungsroman in diesem Punkt als reine Fake-News entlarvt.

 

Preisabsprachen sind zu verurteilen

Wie die WEKO würde auch der GBV aus heutigen Sicht die Durchführung von solchen Vorversammlungen zumindest kritisch hinterfragen. Nicht zuletzt auf Grund dieser Bedenken hat der GBV denn auch bereits im Jahre 2008 auf die Organisation solcher Vorversammlungen verzichtet, obwohl selbst das Folgereglement 2008 des SBV weiterhin die Durchführung von Vorversammlungen vorgesehen hat. Wohl würde man aus heutiger Sicht und in Kenntnis des heutigen Wettbewerbsrechtlichen Umfeldes die Situation etwas anders einschätzen und bei der Durchführung solcher Versammlungen auch aus Sicht des Verbandes etwas genauer hinschauen. Der GBV muss sich den Vorwurf gefallen lassen, zu gutgläubig auf die korrekte Umsetzung der reglementarischen Bestimmungen vertraut zu haben. Diese Kritik akzeptieren wir.

Der GBV wird der Sensibilisierung der Mitglieder im Bereich des Wettbewerbsrechts, wie auch der unternehmerischen und verbandsinternen Compliance, inskünftig noch stärkere Beachtung schenken. Zusammen mit dem Schweizerischen Verband wird er in die entsprechende Aus- und Weiterbildung investieren.

 

Demissionen im Vorstand

Vom Entscheid der WEKO betroffen sind auch Unternehmungen die im Vorstand des GBV vertreten sind. Die Vertreter der betroffenen Unternehmungen sind seit Anfang 2018 im Ausstand und haben an den Vorstandssitzungen nicht mehr teilgenommen. Sie haben dem GBV am 20. April 2018 mitgeteilt, dass sie mit Wirkung der Demissionserklärung aus dem Vorstand zurücktreten.

 

Bekenntnis zu Arbeitsgemeinschaften (ARGE) der WEKO

Gemäss Feststellung der WEKO liegen im untersuchten Zeitraum kartellrechtswidrige Absprachen vor. Sie verhängte teils drastische Sanktionen. Bei verschiedenen Fällen wurde von der WEKO die Bildung von ARGE als wettbewerbsbehindernd dargestellt und sanktioniert. Der GBV insistiert darauf, dass für die gewerblich strukturierte Bauwirtschaft die Möglichkeit zur Bildung von Arbeitsgemeinschaften zentral ist. Oft ist es kleineren und mittleren Betrieben nur über eine ARGE möglich, am Wettbewerb um grössere Aufträge zu partizipieren. Sie leisten damit sogar einen Beitrag zur Intensivierung des Wettbewerbs. Aber auch bei grösseren Firmen können ARGE zur Splittung von Unternehmensrisiken oder zum Zugewinn neuer Kompetenzen entscheidend sein. Der GBV behaftet die WEKO auf ihrem Bekenntnis, dass sie die Bildung von Arbeitsgemeinschaften grundsätzlich als unproblematisch erachtet.

 

Rasche Klärung wichtig

Der Kanton Graubünden prüft zur Zeit, ob er als bedeutender Besteller von Bauleistungen durch Preisabsprachen zu Schaden gekommen ist. In einem schrumpfenden Markt wie dem Unterengadin im Nachgang der EKW-Kraftwerksbauten und des Baus des Vereina-tunnel, dürften pauschale Schadenquantifizierungen wie die von der WEKO zitierte OECD- Studie oder pauschale Vergleiche mit anderen Kantonen und Sparten nicht taugen. Der GBV ist deshalb an einer raschen Klärung dieser Fragen interessiert. Das Bauhauptgewerbe bildet mit rund 5‘000 Arbeitsplätzen in allen Regionen des Kantons einen wichtigen Teil der Bündner Volkswirtschaft. Es darf nicht dazu kommen, dass jahrelange Rechtsverfahren über Sachverhalte die bereits einige Jahre zurückliegen, eine grosse Anzahl aktueller Arbeitsplätze gefährden. Der Graubündnerische Baumeisterverband ist bereit, als führender Berufsverband der Bündner Bauwirtschaft seine guten Dienste für eine rasche Aufarbeitung der WEKO-Ergebnisse im Interesse aller Beteiligten anzubieten. Mit der Einstellung des Verfahrens gegen ihn, ist er dazu legitimiert.

 

Der GBV bekennt sich zum fairen, gesetzeskonformen und transparenten Wettbewerb mit gleichlangen Spiessen für alle Anbieter, wie er im Submissionsgesetz des Kantons Graubünden geregelt ist. Er erbringt den Tatbeweis durch seine konsequente Arbeit in der Paritätischen Berufskommission für das Bauhauptgewerbe zum Vollzug des geltenden Landesmantelvertrages.

 

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Markus Derungs
Präsident GBV
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Andreas Felix
Geschäftsführer GBV
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Lernende Maurer und Baupraktiker üben in Landquart

In den Monaten Mai und Juni 2018 haben sich 45 lernende Bündner Maurer und 6 Baupraktiker dem Qualifikationsverfahren (QV) zum Abschluss ihrer Ausbildung zu stellen. Zurzeit holen sie sich in Landquart im Rahmen eines Vorkurses den letzten Schliff.

Seit mehreren Jahren bietet der Graubündnerische Baumeisterverband in Landquart einen Vorkurs an, welcher sich bei Lernenden und Ausbildnern eines grossen Zuspruchs erfreut. Er ermöglicht eine letzte Standortbestimmung vor der Prüfung. Sein Ergebnis bildet die Basis, um die letzte Phase der Vorbereitung zielgerichtet in die Hand zu nehmen.

Die Berufsausbildung zum Maurer dauert drei Jahre und jene zum Baupraktiker deren zwei. Sie erfolgt im Rahmen des trialen Ausbildungssystems. Ausbildungsbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse teilen sich die Ausbildungsverantwortung. Die Berufsfachschule vermittelt die Berufskenntnisse und die allgemeinbildenden Fächer, der Einführungskursplatz führt die Lernenden in die Grundlagen der praktischen Ausführung ein und der Ausbildungsbetrieb zeichnet sich für die fachtechnisch korrekte Umsetzung des Grundlagenstoffes in der Praxis verantwortlich.

 

Wertvolle Standortbestimmung

Die Ausbildung im Betrieb stützt sich auf die Bildungsverordnung für die Berufe Maurerin/Maurer EFZ und Baupraktikerin/Baupraktiker EBA. Darin sind die reglementarisch geforderten Ausbildungsinhalte strukturiert dargestellt und auf die einzelnen Lehrjahre und Ausbildungseinheiten aufgeteilt. Mittels Ausbildungsberichten überprüfen Ausbildner und Lernende periodisch den Ausbildungsfortschritt. Als zusätzliche Möglichkeit einer letzten Standortbestimmung vor dem Qualifikationsverfahren erweist sich der Vorkurs des Graubündnerischen Baumeisterverbandes. Der diesjährige „Vorkurs Qualifikationsverfahren“ findet, unterteilt in vier Gruppen, vom 4. April bis 25. April 2018 statt und steht unter der Leitung von Albert Disch, Schiers. Er erfreut sich regen Zuspruchs. Wieder haben ausnahmslos alle Ausbildungsbetriebe ihre Lernenden zum Vorkurs angemeldet. Die Ziegelei Landquart AG gewährt dem Kurs auf ihrem Areal Gastrecht. Weiter wird der Kurs von mehreren Mitgliedfirmen des GBV unterstützt.

 

Echte Prüfungssimulation

Während drei Tagen haben die Lernenden die Möglichkeit, unter prüfungsähnlichen Bedingungen ein Übungsobjekt zu erstellen. Das Objekt wird durch den Kursleiter nach Kriterien bewertet, wie sie auch am Qualifikationsverfahren zur Anwendung gelangen. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass die Notengebung im Vorkurs gut mit den später beim QV effektiv erzielten Ergebnissen übereinstimmt. Daraus kann der Schluss gezogen werden, dass es sich bei diesem Vorkurs um eine echte Prüfungssimulation handelt, auf deren Ergebnis Ausbildner und Lernende die letzte Phase der Prüfungsvorbereitung zielgerichtet angehen können.

 

 

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Andreas Felix
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Bündner Bauwirtschaft 2017: “Solide Baunachfrage“

von
Andreas Felix
Architekt FH
Geschäftsführer
Graubündnerischer Baumeisterverband

Das vergangene “Baujahr 2017“ war geprägt von einer guten Nachfrage im Tiefbau wie auch im Hochbau, dort allerdings auf Sondereffekten abgestützt und mit starken regionalen Unterschieden. Die aktuell vorliegenden Jahreszahlen 2017 hatten sich bereits Mitte 2017 mit den Halbjahreszahlen abgezeichnet. Die Statistik im Hochbau ist geprägt von zeitgleich realisierten Grossprojekten der öffentlichen Hand und von der guten Nachfrage in Nordbünden.  Im Tiefbau kommt einmal mehr die stetige Investitionstätigkeit der öffentlichen Hand in den statistischen Daten zum Ausdruck. Entsprechend positiv entwickelte sich die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe per 30. Juni 2017 mit knapp 5‘100 Beschäftigten und einer Zunahme um +3.4%. Die Auftragseingänge und das Bauvolumen verzeichnen ebenfalls erfreuliche Entwicklungen. Die guten Produktionsbedingungen und die laufende Abarbeitung von Grossprojekten wie dem Albulatunnel, schlugen sich allerdings in einem geschrumpften Arbeitsvorrat nieder, insbesondere im Tiefbau. Das rückläufige Volumen bei der Bauzeitversicherung zeigt auf, dass 2017 im Hochbau weniger Baubewilligungen erteilt wurden. Überlagert mit einem zunehmenden Leerwohnungsbestand im Kanton Graubünden dämpft dies die Zukunftsaussichten im Hochbau und insbesondere im Wohnungsbau. Der intensive Wettbewerb um Bauaufträge, wie er sich zu Beginn des laufenden Jahres eingestellt hat, bestätigt diese Einschätzung.

 

Beschäftigte

Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe nahm per 30. Juni 2017 gegenüber dem Vorjahr um +3.4% zu. Die Zunahme ist vor allem bei den Kurzaufenthaltern festzustellen.

Im Bauhauptgewerbe des Kantons Graubünden waren per Ende Juni 2017 insgesamt 5‘088 Personen (Vorjahr 4‘919) beschäftigt, nämlich 1‘667 Schweizer (+/- 0.0%), 1‘036 Kurzaufenthalter (+12.8%) und 2‘385 übrige Ausländer (+2.1%). Insgesamt entspricht dies im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme von +3.4% die mit dem hohen Bauvolumen korrespondiert.

 

Auftragseingang

Im Jahr 2017 verzeichneten die Auftragseingänge auf Grund der soliden Nachfrage im Tiefbau und einer erfreulichen Entwicklung im Hochbau gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um insgesamt +5.9%. Die Nachfrage im Wohnungsbau und im übrigen Hochbau nähert sich damit im vergangenen Jahr den Werten vor 2012 an. Dabei sind allerdings Sondereffekte zu berücksichtigen und die regionalen Unterschiede bleiben markant. Ungebrochen hoch war mit 53% auch 2017 der Anteil des Tiefbaus an den Auftragseingängen im Bauhauptgewerbe. Der Infrastrukturbau und die Unterhaltsinvestitionen im Bereich des Strassen- und Schienenverkehrs, der Schutzbauten, der Ver- und Entsorgung mit Energie, Wasser und Abwasser, der Telekommunikation sowie zunehmend auch der Digitalnetze, behalten ihre hohe Bedeutung für die Bündner Bauwirtschaft.

 

Insgesamt summierten sich die Auftragseingänge im Jahr 2017 auf 1‘039.3 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr mit 981.2 Millionen Franken ergibt dies eine Zunahme von +5.9%. Dank der soliden Nachfrage im Tiefbau und der hohen Nachfrage im Hochbau resultiert der höchste Wert von eingegangenen Aufträgen innerhalb der achtjährigen Vergleichsperiode. Die Auftragseingänge im Tiefbau nahmen gegenüber dem Vorjahr leicht um -1.3% ab. Trotzdem verbleibt eine hohe Investitionstätigkeit von Bund, Kanton, Gemeinden und Rhätischer Bahn in den Unterhalt und den Ausbau der öffentlichen Infrastrukturen. Im Wohnungsbau wurde nach einer Zunahme von +4.5% ein mittlerer Wert in der langjährigen Vergleichsperiode erreicht. Im gesamten Hochbau gingen 2017 Aufträge im Umfang von 492.9 Mio. Franken ein. Dies entspricht einer Zunahme um 15.2 % gegenüber dem Vorjahr. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass im Berichtsjahr das Grossprojekt der Justizvollzugsanstalt in Cazis in der Statistik figuriert, welche die Zunahme zu einem grossen Teil begründet. Die übrige Zunahme der Nachfrage ist primär in Nordbünden mit dem Bündner Rheintal zu verzeichnen, während in den Tourismusregionen die Nachfrage im Hochbau nach wie vor gering ist.

 

Bauvolumen / Umsätze

Per Ende 2017 resultierte dank einer hohen Bautätigkeit im Tiefbau und Sondereffekten im Hochbau ein erfreuliches Bauvolumen von 1‘077.7 Mio. Franken. Zum zweiten Mal nach 2011 wurde damit die Grenze von einer Milliarde Franken übertroffen. 

 

Das im Jahre 2017 realisierte Bauvolumen belief sich auf 1‘077.7 Mio. Franken. Es lag damit um +8.7% über dem Vorjahreswert. Die Zunahme ist im Tiefbau wie auch im Hochbau zu verzeichnen. Im Hochbau stieg die Produktion um +8.9% auf 494.7 Mio. Franken. Dies ist insbesondere darin begründet, dass im Berichtsjahr mit dem Kantonsspital und dem Verwaltungsgebäude “Sinergia“ in Chur sowie dem Neubau der Justizvollzugsanstalt in Cazis zeitgleich drei grosse, öffentliche Hochbauprojekte in der Statistik figurieren. Im Wohnungsbau als wichtige Sparte innerhalb des Hochbaus gingen die Umsätze mit 329.3 Mio. Franken um -1.5% zurück. Im Tiefbau ist nach wie vor eine kontinuierliche Entwicklung des Volumens feststellbar. Dieses belief sich auf CHF 583.0 Mio. und lag damit um +8.4% über dem Vorjahreswert. Dabei ist zu bemerken, dass sich die Bauarbeiten am Albulatunnel in einer intensiven Phase befinden und entsprechenden Niederschlag in der Statistik finden. Der Tiefbau und damit die öffentliche Nachfrage bilden eine wichtige Stütze der Baunachfrage für die Bündner Bauwirtschaft. Die Kontinuität in der Investitionspolitik der öffentlichen Hand, namentlich des Bundes (ASTRA), des Kantons, der Gemeinden und der Rhätischen Bahn hat eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung wie die mehr als 5‘000 Beschäftigten in allen Regionen des Kantons eindrücklich aufzeigen.


 Arbeitsvorrat

Da die hohen Auftragseingänge mit einem hohen Bauvolumen während dem Jahr verbaut wurden, präsentieren sich die Arbeitsvorräte per 31. Dezember 2017 mit einem Rückgang von -3.6% spürbar tiefer als im Vorjahr. Namentlich im Tiefbau ist der Rückgang frappant. Die guten Produktionsbedingungen über das ganze Jahr und die fortschreitende Abarbeitung des Grossprojektes Albulatunnel hinterliessen ihre Spuren.

 

Die Arbeitsvorräte beliefen sich per 31. Dezember 2017 auf 306.5 Mio. Franken. Sie liegen damit um -3.6% unter dem Vorjahreswert von 318.1 Mio. Innerhalb der Sparten ergeben sich allerdings markante Unterschiede. Während sich der Arbeitsvorrat im Tiefbau um -21.3% verringerte, stieg er im Hochbau um +36.1% auf 133.1 Mio. Franken. Innerhalb des Hochbaus betrug der Anteil des Wohnungsbaus 81.6 Mio. Franken (+28.4%). Die tiefen Basiswerte der Arbeitsvorräte per 31. Dezember führen bei den Prozentwerten zu vermeintlich spektakulären Veränderungen, die es aus diesem Grund zu relativieren gilt.

Die rückläufigen Arbeitsvorräte führten bereits zu Beginn des Jahres 2018 zu einem intensiven Wettbewerb um Bauaufträge.

 

Bauzeitversicherungen

Aufgrund einer Gesetzesänderung erfolgt die Deckungszusicherung der Gebäudeversicherung Graubünden (GVG) ab dem Jahr 2011 auf Grundlage der Baubewilligungen. Davor war für die Zusicherung eine Meldung der Bauherrschaft zu Beginn der Baurealisierung notwendig. Die neue Datenbasis beinhaltet damit die Unsicherheit von Verzögerungen des Baubeginns oder des gänzlichen Verzichtes der Realisierung.

 

Per 31. Dezember 2017 betrug das auf der Basis der erteilten Baubewilligungen für das Jahr 2017 zugesicherte bauzeitversicherte Volumen 1‘693 Millionen Franken. Der Vergleich mit dem Vorjahreswert von 1‘864 Millionen Franken zeigt eine Abnahme um -9.2%. Dies dürfte unter anderem darin begründet sein, dass im Vorjahr die dannzumal baubewilligten Grossprojekte Neubau Verwaltungsgebäude “Sinergia“ in Chur und Neubau Justizvollzugsanstalt in Cazis in der Statistik figurierten. Trotzdem kann der Rückgang beim bauzeitversicherte Volumen 2017 auch ein Anzeichen dafür sein, dass sich im Wohnungsbau eine Sättigung der Nachfrage abzeichnet. Die Zunahme des Leerwohnungsbestandes im Kanton Graubünden lässt diese Vermutung zumindest zu.

 

Datenquellen:

Die Auswertung der Daten basiert auf den Quartalserhebungen des Schweizerischen Baumeisterverbandes und den Monatserhebungen der Gebäudeversicherung Graubünden.

 

Medienkontakt:
Graubündnerischer Baumeisterverband
Andreas Felix
Geschäftsführer
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